Freitag, 10. Oktober 2014

Beauty – Deutsch || Beauty – Deutsch


Beauty-Leute haben ihre eigene Sprache entwickelt. Wer viele Beauty-Blogs liest oder auf YouTube unterwegs ist, weiß was gemeint ist. Wenn von „Stain“, „Dupe“ oder einem „Haul“ die Rede ist, verstehen Menschen außerhalb der Beauty-Szene nur Bahnhof. Sprachwissenschaftler hätten vermutlich ihre wahre Freude daran. Auch wenn das meiste aus dem Englischen stammt, ist man nach einer Übersetzung nicht unbedingt schlauer.

AMU

AMU ist die Abkürzung von Augen-Make-up, weil dieses Wort einfach zu lang ist. Es geht auch noch schlimmer: Augen-Make-up-Entferner-Pads

Backup

Das „Backup“ ist für die Angsthasen unter den Beauty-Verrückten. Es bedeutet, dass man ein Produkt auf Vorrat gekauft hat. Dies ist für den Fall, dass es leer geht und man nicht rechtzeitig dazu kommt, es nachzukaufen. Gründe dafür können sein, dass das Produkt nur in einer anderen Stadt oder Land verfügbar ist, limitiert ist oder man einfach nicht einen Tag ohne es leben kann.

cakey

Im Volksmund sagt man auch „zugespachtelt“. Wenn man das menschliche Gesicht unter dem Make-up nur noch erahnen kann, dann ist das „cakey“. Statt der Poren sieht man die einzelnen Puder-Teilchen. Dafür wirkt das Gesicht besonders glatt. Passiert auch besonders oft nach der übermäßigen Verwendung von Puder.

creasen, kriechen

Wenn der Lidschatten in die Lidfalte (zu engl. Crease) rutscht, nennt man das creasen. Oftmals wird auch das deutsche Pendant dazu benutzt: kriechen.

dewy

„Dewy“ heißt übersetzt soviel wie „taufrisch“. Die berühmte Make-up Expertin Magi übersetzt es auch mit „prall“. Im Beauty-Bereich bezieht sich das Adjektiv darauf, wie die Grundierung wirkt – in diesem Fall soll die Haut gesund, glänzen und frisch aussehen.

Fall out

Lidschatten landet nicht immer dort, wo er hin soll. Manchmal hat man ihn statt auf dem Auge auch darunter. Diese unschönen Krümel, die man dann mit großer Mühe weg pulen muss, nennen sich „Fall Out“.

Falsies
Das ist der verniedlichende Name für „Falsche Wimpern“.

Finish

Finish bedeutet, wie die Oberfläche der Grundierung nach dem Auftragen wirkt – ob matt oder glänzend beispielsweise.

FMA (ausgeschrieben „Follow Me Around“)
Voyeurismus ist ein essenzieller Bestandteil von YouTube. Bei einem „Follow Me Around“ folgst du deinem Lieblings-Video-Menschen während einer besonderen Veranstaltung oder in seinem Alltag überall hin – Egal wie unwichtig es ist, bei einem FMA ist erlaubt, was gefällt. Mit Vorliebe werden Mahlzeiten oder Einkäufe gefilmt – also das Wesentliche im Leben.

Dupe

Ein Produkt, welches einem anderen Produkt sehr ähnlich ist – sozusagen eine Kopie. Wird oft für teure oder limitierte Produkte gesucht.

GRWM (Get Ready With Me)

Man schaut dem YouTuber dabei zu, wie er sich schminkt und dazu werden die Produkte eingeblendet. Für alle, die zu faul für ein richtiges Tutorial sind.

„Go-To“ – Produkt

Das ist ein Produkt, welches man schnell mal auftragen kann, kurz bevor man losgeht. Man weiß, dass es einem steht und dass es zu fast allen anderen Farben im Gesicht passt.

Haul

Zeigen, was man alles gekauft hat – das ist ein „Haul“. Sozusagen der Orgasmus des Kapitalismus. Wir kaufen heutzutage nicht nur Unmengen an Zeugs, nein, wir zelebrieren den Konsum, indem wir ihn mit anderen teilen.



Hit the Pan

Von You-Tubern wird es auch gerne „hitte-penn“ ausgesprochen – sehr zur Beschämung ihrer Zuschauer. Es bedeutet, dass man bei einem Produkt den Boden sieht. Meistens passiert dies bei puderartigen Produkten. Darauf ist der Beauty-Mensch besonders stolz, da es der Beweis ist, dass er das Produkt oft benutzt. Besonders bei den misstrauischen YouTube-Zuschauern, die schnell Betrug wittern, zeigt der YouTuber damit, dass diese Kosmetik wirklich in gebrauch ist.

Highlighter

Der Highlighter soll durch Glitzer oder das Aufhellen einer Gesichtspartie, diese hervorheben.


LE (Limited Edition)

LE bedeutet nichts anderes als „limited Edition“, also eine Produktreihe, die nur über einen begrenzten Zeitraum verkauft wird. Das ist ein Trick der Kosmetikindustrie, um uns Produkte kaufen zu lassen, die wir eigentlich schon haben. Die Angst davor ein möglicherweise geniales Produkt nicht zu kaufen und es dann nirgendwo mehr zu bekommen, schaltet in unseren Köpfen jegliche Vernunft aus.

Over-Blushed

Wenn ihr nach der übermäßigen Benutzung von Blush so ausseht, als wärt ihr einen Marathon gelaufen, oder als hättet etwas sehr, sehr Unanständiges gemacht – dann seid ihr over-blushed.

Klassicher Fall von Overblushed
Review

Eine Review ist ein Erfahrungsbericht über ein Produkt.

setten

„setten“ ist ein cooleres Wort für „fixieren“. Im Beauty-Bereich ist damit gemeint, dass man Teile des Make-ups oder auch das ganze Make-up haltbarer macht, sodass auch nichts verrutscht.

sheer

Sheer bedeutet leicht oder durchsichtig. Das ist der Fall, wenn man durch den aufgetragenen Lippenstift immer noch die Lippenfarbe durchschimmert.

shippen

Wer jetzt an die legendären Stripper denkt, den muss ich enttäuschen. Es wird der Fall beschrieben, wenn der Nagellack abbröckelt. 


Stain
Wenn der Lippenstift sich abträgt, aber trotzdem noch Farbe auf den Lippen bleibt, dann nennt man das „Stain“.




Swatch, swatchen
Ein Produkt auf dem Handrücken testen, um zu gucken, wie es sich verhält. Wenn man dies zu oft macht, sieht man aus, als käme man gerade aus einem Bastelnachmittag im Kindergarten.

Tag
Wer sich noch an die legendären Biernominierungen erinnern kann, der versteht auch das Prinzip des „Tags“. Ein „Tag“ beinhaltet mehrere Fragen, die man beantworten muss. Anschließend „tagged“ man andere Youtuber oder Blogger nach dem Prinzip des Kettenbriefs (nur ohne die Todesandrohungen). Leider hat das Ganze so gar nichts mit Bier zu tun.

Touch-Up

Früher sagte man: „Ich geh mir schnell mal die Nase nachpudern“. Heute heißt das „Touch-Up“ und bedeutet ganz einfach, dass man das Make-up auffrischt.





Donnerstag, 25. September 2014

Donnerstags-DIY: Vom alten Blazer zur angesagten Weste


Donnerstags-DIY: Vom alten Blazer zur angesagten Weste

War es 2008 oder 2009? Jedenfalls liefen wir damals alle in die Läden, um uns diese Oversize-Blazer zu kaufen, die wir auf zahlreichen Mode-Blogs gesehen hatten. Heutzutage verstauben diese nun meist in den Kleiderschränken der Nation – der Trend ist abgeflacht und diese Jacken sind längst nicht mehr so beliebt. Ich habe meinen alten Blazer mal wieder rausgekramt, um ein kleines Upcycling damit zu veranstalten – und habe keinen Cent dafür bezahlt. Man braucht noch nicht einmal eine Nähmaschine dafür!

Man braucht: Schere, Stecknadeln, Garn und eine Nähnadel und einen alten Oversize-Blazer.

Nähfertigkeiten: Stecken, Heften, Matratzenstich

Zunächst zieht man den Blazer auf links. Anschließend schneidet man ein Loch in das Futter der Ärmel, um danach das Innere des Blazers durch dieses Loch nach außen zu stülpen. Nun sollte das Innere des Blazers außen sein (wie beispielsweise die Schulterpolster) und das äußere innen. 

Hier ist der Blazer zunächst auf links.
So sieht es aus, wenn der Blazer von innen nach außen gestülpt wird.


Der Ärmel besteht nun aus zwei Stoffen: Aus dem äußeren Stoff und dem Futterstoff (dieser ist innen). Jetzt kann man damit beginnen den Futterstoff des Ärmels abzutrennen – hier ist Vorsicht geboten! Man sollte in dem Durcheinander aus Stoff genau gucken, welche Naht man auftrennt, bevor es die Falsche ist. Schließlich trennt man den äußeren Ärmelstoff. Ist diese Arbeit erledigt, stülpt man den Blazer wieder nach außen. Es lässt sich nun schon erahnen, wie die Weste mal aussehen soll. 

Die unsaubere Kante eines Blazers, dem der Arm "entfernt" wurde.
 Jetzt kommt der nervigste und zeitaufwendigste Teil – das Versäubern. Zwei Kanten sind nun am Rand der Weste zu sehen. Die sollen beide eingeklappt und aufeinander genäht werden. Dafür klappt man zunächst den Außenstoff einige Zentimeter nach innen und steckt und heftet das Ganze fest. Ganz zart kann man noch die Naht erkennen, die ihr zuvor aufgetrennt habt. Daran orientiert ihr euch beim Einschlagen. Da der Stoff an dem Armloch um die Kurve geht, spannt er beim Einschlagen etwas. Um dem entgegenzuwirken, kann man in den umgeklappten Stoff (ganz) kleine Schnitte machen – Sie machen das Gewebe etwas dehnbarer. 

Erst den Außenstoff stecken...


...dann heften.

Der Einschnitt in den Stoff zur Dehnung sollte nur sehr klein sein.

Auch der Futterstoff wird zum Außenstoff hin eingeschlagen. Dann geht es ans Stecken und Heften. 

Sowohl der Außenstoff, als auch der Futterstoff ist in diesem Bild einzelnd geheftet worden.


Nun habt ihr beim äußeren Stoff und beim Futterstoff zwei glatte Kanten, die ihr wiederum auseinander heftet und später – wie sollte es anders sein – heftet. Jetzt liegen sie eng aufeinander und ihr könnt sie mit einem Matratzenstich vereinen, sodass sie sich niemals wieder trennen.

Nun sind die beiden Kanten aufeinander geheftet - Zur Fertigstellung fehlt nur noch der Matratzenstich.


Fertig!   

Und Tschüss!

Donnerstag, 18. September 2014

DIY-Donnerstag: Bilderrahmen als Kettenständer


Wer ein Outfit zusammenstellen möchte, muss klar vor Augen haben, welche Möglichkeiten er hat. Doch je mehr Kleidung, Schuhe, Schals oder Ketten wir haben, desto unübersichtlicher wird unser Bestand. Entweder man reduziert die Auswahl – eine sehr vernünftige, nachhaltige Lösung. Oder man schafft neue Präsentationsflächen. Ich habe mich unvernünftigerweise für die zweite Möglichkeit entschieden. Da meine Kettensammlung unaufhaltsam wächst, muss ein neuer Kettenständer her. Die meisten Schmuckaufbewahrungen sind jedoch unpraktisch: Sie sind zu niedrig, sodass die Ketten auf dem Tisch auftreffen oder man muss sie an die Wand hängen, was in manchen Wohnungen nicht immer möglich ist.Warum nicht einfach in den Baumarkt gehen und sich selbst etwas bauen?

Ich habe dafür einen Bilderrahmen vom Flohmarkt genommen, den ich noch etwas mit goldener und schwarzer Farbe bearbeitet habe. So bekommt er den shabby-look, ohne schäbig auszusehen. Wichtig ist, dass der Rahmen aus Holz ist, damit ihr nachher die Haken rein drehen könnt – bei Plastikrahmen werdet ihr nicht weit kommen!

Vorher (links) und Nachher (rechts). Mit Goldlack wurde die Farbe des Rahmens etwas aufgefrischt und mit schwarz schattiert. 
Jetzt braucht ihr offene Haken. Haken, die geschlossen sind, funktionieren zwar auch, sind aber unpraktisch. Die Ketten müssen dann immer geöffnet und geschlossen werden, wenn sie vom Haken genommen werden – viel zu zeitaufwendig. Ich habe für 16 Stück etwa 10 Euro bezahlt.




Zunächst misst man, wie lang die Seite des Rahmens ist, die man bearbeiten will. Dann teilt man diese Länge durch die Anzahl der Haken, die man hat. In meinem Fall ist der Rahmen etwa 41 cm und ich habe 16 Stück, also kommt etwa alle 2,5 cm ein Haken.


Ich habe einen größeren, geschlossenen Haken genommen, um die Löcher für die Kleinen „vorzubereiten“. Eine Schraube kann dafür auch genutzt werden. Das Gewinde muss nur ein bisschen größer sein, als das von den kleinen Haken. Man dreht den großen Haken bis zur Mitte ein, dreht ihn wieder raus. Nun kann die kleinere Schraube problemlos bis zum Anschlag eingedreht werden. Möchte man die kleinen Haken direkt einschrauben, gelangen sie meist gar nicht richtig ins Holz.





So sieht es aus wenn es fertig ist. Habt ihr auch schon mal Ohrring- oder Kettenständer gebaut? Wenn ja, lasst mir einen Link da! 

Mittwoch, 17. September 2014

Flohmarkt Haul #2

Auf kleinen Flohmärkten kann man gute Beute machen. Oftmals herrscht zwar der Irrglaube, die Wahrscheinlichkeit sei kleiner auf einem Mini-Flohmarkt Beute zu machen. Aber meist ist dort auch wenig los, sodass sich die Statistik wieder zu unseren Gunsten verhält. Ich sage mir immer, jeder Flohmarktbesuch lohnt sich, auch wenn ich nur ein einziges Teil mit nach Hause nehme. Wenn dieses Kleidungsstück sich als Glücksgriff erweisen sollte, welches du zu all deinen anderen Lieblingen kombinieren kannst und welches gleichzeitig schön, komfortabel ist und deinen Kleiderschrank vervollständigt, dann hat es sich doch gelohnt. Ich habe auf dem letzten kleinen Markt sogar drei schöne Sachen gefunden:



Kleidungsstück: 80ies Blazer
Marke:Keine
Flohmarkt-Preis: 5 Euro
Eindruck: gut bis mittel - die Wolle kratzt etwas durch, aber vom Aussehen her bin ich wirklich begeistert. Ich mag den Kragen und die Schultern wirklich sehr und das Tweet-Material hat sowas "chanel-liges"

Kleidungsstück: Ankle Boots
Marke: Zara
Flohmarkt-Preis: 13 Euro
Eindruck: Der alten Besitzerin passten die Schuhe leider von der Größe nicht - mir schon. Die Schuhe sind "Echt-Leder", daher ist der Preis mehr als gerecht. Der Verkäuferin tat es schon weh die Schuhe wegzugeben und mir tat es leid. Sie war wirklich nett! Hab selbst auch schon mal schöne Schuhe zu klein gekauft, die nun jemand anderem Freude bringen

Kleidungsstück: Budapester
Marke:Akira
Flohmarkt-Preis: 9 Euro
Eindruck: Diese Schuhe sind mir zwar zu groß, aber ich habe sie trotzdem mitgenommen. Und siehe da, es ist gar nicht schlimm. Sie sind ja auch zum Schnüren. Leder und in wunderbarem Zustand - ich bin happy!