Donnerstag, 21. August 2014

Flohmarkt Haul #1

Gebrauchte Kleidung zu kaufen ist noch eine der nachhaltigsten Konsumweisen, der wir uns bedienen können. Obendrein ist sie schonend für den Geldbeutel und man findet kleine Schätze aus anderen Ländern, Jahrzehnten oder Schichten. Dafür muss man hingegen viel Zeit und Geduld aufwenden – die Bedürfnisbefriedigung, die sich beim Konsumieren einstellt, erfolgt nicht so schnell wie beim herkömmlichen Shoppen. Da tut die Fashionista noch richtig was für ihr Outfit. Die Früchte meiner Streifzüge möchte ich mit euch teilen. Vielleicht ist es für den ein oder anderen ein Anreiz, selbst auf die Jagd nach alten Schätzen zu gehen.




Kleidungsstück: Kleid
Marke: Zara
Flohmarkt-Preis: 3 Euro (?)
Eindruck: gut - sitzt wackelt und hat Luft. 
Da habe ich die Größe ganz gut abgeschätzt
Ähnliches findet ihr bei Kleiderkreisel hier (allerdings deutlich teurer) und hier (nur in blau)




Kleidungsstück: Cardigan
Marke: Unbekannt
Flohmarkt-Preis: 5 Euro (?)
Eindruck: Mittel. Sieht "ungetragen" spektakulärer aus, als es ist. Ich habe den coolen Schnitt versucht beim letzten Bild nochmal zu zeigen. Von vorne kommt diese Raffinesse leider nicht zur Geltung


Flohmarkt-Preis: 2 Euro
Eindruck: Keiner. Den Film habe ich gesehen und war nicht so begeistert. Das Buch habe ich mitgenommen, da ein gewisser Blogger namens Michael Buchinger immer wieder von der Autorin quasselt. Da ich ihn für ein Genie halte, musste ich mir das Buch holen.


Dienstag, 19. August 2014

DIY: Ein Herz für alte Jeanshemden



Herzchen-Print ist „So last Season!“ und das im wahrsten Sinne des Wortes: Burberry Prorsum hat diesen Druck schon für den Winter/Herbst 2013/14 gebracht. Danach breiteten sich die Bilder mit dem romantischen Druck überall im Netz aus. Als selbst Königin Victoria (Beckham) sich damit ablichten ließ, löste das in uns den Wunsch aus, auch so ein Teil zu besitzen.


In dem Luxus-Online-Store "mytheresa" kostet ein Pullover immer noch stolze 597 Euro. Dabei sind die Teile im Grunde lächerlich einfach nachzumachen: Man nehme Farbe, ein schlichtes Kleidungsstück, eine Schablone und fertig! Trotzdem gibt es ein paar kleine Fallen bei diesem DIY, die man von vorneherein umgehen kann.. Deswegen hier meine Einkaufsliste mit ein paar Tipps.



Man nehme:

Ein altes Jeanshemd 

(schlichte Jeanshemden findet man meistens immer auf dem Flohmarkt oder im Second Hand-Shop)

Textilmalfarbe 

 (vorzugsweise in weiß. Tipp! Nicht zu wenig kaufen (!), sonst geht euch auf halben Weg die Farbe aus, euer Bastelprojekt bleibt ewig liegen, da ihr es wahrscheinlich ständig vergesst Farbe nachzukaufen)

kleiner Schwamm 

 (die „Druck“-fläche sollte ungefähr die Größe eurer Schablone haben – so wird die Farbe gleichmäßig abgegeben und ihr umgeht die Gefahr über den Rand zu stempeln. Tipp! Einfach einen Streifen von einem Scheuerschwamm abschneiden)

Herzchenschablone 

(Tipp! Wenn ihr eine Schablone mit zwei Herzchen erstellt, seid ihr flexibler, wenn es um das Bedrucken der Knopfleiste oder den Rand geht. Einfach versetzt auflegen. 

Nehmt ihr Plastik für die Schablone, läuft die Farbe darunter aus oder verschmiert leichter. Pappe ist besser, weicht aber im Laufe des Bastelprozesses auf. Es ist daher ratsam, vor dem Drucken mehrere Schablonen anzufertigen. Geht eine kaputt, könnt ihr sie schnell ersetzen und nahtlos weiter machen.)

Müllsack

(Den schiebt ihr unter das Hemd, damit die Farbe beim Auftupfen nicht auf die Rückseite durchdrückt.)

Schale

(Nach dem Eintunken in das Farbtopf sollte man den Schwamm nochmals auf einer Schale ausdrücken. So gibt er nicht zu viel Farbe ab, die unter der Schablone verläuft. Zudem ist es sparsamer.)




Tipp! Beim Auftupfen der Farbe auf die Schablone besser schichten, als direkt viel Farbe aufzutragen. Damit verhindert man wiederum, dass die Farbe ausläuft. Außerdem gewährleistet man damit, dass alle Herzchen in etwa die gleiche Deckkraft an Farbe haben.  

Samstag, 16. August 2014

Ein Herz für ungeliebte, alte Kleidung – ReFashionista



Vor allem über die Online-Plattform 9gag wurde die Frau mit dem schwarzen Bob, dem Lippenpiercing und den fantastischen Upcycling-Ideen weltweit bekannt: Die Bloggerin "Refashionista" macht aus alt nicht nur neu, sondern auch wunderschön, kreativ und modern. Sie verwandelt alte, hässliche Second-Hand Klamotten mit ihrer Nähmaschine in Kleidung, die man ihr am liebsten sofort vom Körper reißen würde. Diese Vorher-Nachher-Kreationen machen nun ihre Runde durch das Web.

Im wahren Leben heißt Refashionista Jillian Owens. Laut ihrem Interview mit „ABC News“ reize es sie, dass die Kleidungsstücke so unbeliebt seien und das sie niemand mehr tragen wolle. Auf ihrem Blog schreibt sie wiederum auch, dass unethische Arbeitsbedingungen und unser Verhältnis zu Kleidung sie dazu gebracht hätten, alte Sachen umzuschneidern. Zudem hätte sie für neue Klamotten schlichtweg kein Geld gehabt. Nähkenntnisse brauche man dafür nicht, sagte die 32-Jährige „ABC News“. Owens zeigt damit, dass sie nicht nur eine faire Alternative zu Fast Fashion gefunden hat, sondern auch eine sehr preiswerte.

 Zu dem 9gag-Beitrag

Zu dem Beitrag von ABC News

 Zu ihrer Webseite: http://refashionista.net/

Freitag, 15. August 2014

BuchTipp: Wie man durch eine Shopping-Diät glücklich wird? - „Ich kauf nix!“


365 Tage ohne Shoppen – für viele ein Gedanken, der einem die Schweißtropfen auf die Stirn treibt. Ein Jahr lang keine Kleidung kaufen, trotz Sommersaison, Wintersaison und natürlich Sale – einfach unvorstellbar. Nunu Kaller hat es gewagt und sich ein Jahr einem Kleidungs-Shopping-Verbot unterzogen. Die Gedanken, Gefühle und neuen Eindrücke, die sie dabei sammelte, hielt sie zunächst auf ihrem Blog, später in gedruckter Form fest. Das Buch „Ich kauf nix! Wie ich durch Shopping-Diät glücklich wurde“ zeigt, wie sehr der Verzicht auf Konsum das Leben auf den Kopf stellen kann – im positiven Sinne.

Frau Kaller berichtet auf humorige Weise in Form von Tagebucheinträgen, welchen Hürden man als Textil-Zölibatärin ausgesetzt ist. Das hat dabei nicht wenig mit der Farbe Türkis, einem gewissen Textilschweden und braunen Schuhen zu tun. Es folgen anschauliche Berichte über klägliche erste Nähversuche oder den Beginn einer Strick-Sucht und wechseln sich ab mit sehr privaten Eindrücken. Aber nicht nur das – Nunu fängt an sich über die Produktionsbedingungen unserer Kleidung zu informieren und stößt auf vieles, was wir heimlich schon befürchtet haben. So vollzieht sich bei der ehemaligen Dauershopperin im Laufe des Buches ein Wandel, den der Leser gut nachvollziehen, ja sogar nahezu am eigenen Leib miterleben kann. Das Buch schafft es so (fast) ohne erhobenen Zeigefinger die Schwachstellen unserer Konsumgesellschaft aufzuzeigen, Alternativen zu finden und Möglichkeiten anzubieten, diese in den normalen Alltag zu integrieren – mit sehr viel Witz und Charme!

Mein Senf: Ich selbst habe mehr als einmal beim Lesen dieses Buches laut lachen müssen – und natürlich versucht eine kleine Shopping-Diät zu halten – erfolglos. Dennoch kann ich sagen, dass dieses Buch mein Denken über Konsum grundlegend verändert hat.

Kostet um die 10 Euro.